Spezielle Diagonstik bei Prostatakarzinom

Die Standartmethoden der Diagnostik des Prostatakarzinoms wie Digitale rektale Untersuchung, PSA-Wert Anstieg und transrektale Standartbiopsie sind in Ihrer Aussagekraft limitiert. Deshalb gibt es in den letzten Jahren große Anstrengungen, die Untersuchungsmethoden zu verfeinern.

Eine aussagekräftige Diagnostik und Einteilung in die Risikogruppen, sowie eine darauf aufbauende Therapieentscheidung, sind wichtig, um auf der einen Seite unnötige Eingriffe und die damit verbundenen Belastungen des Patienten zu vermeiden, aber auf der anderen Seite auch Hochrisikopatienten schnell einer wirkungsvollen Therapie zuzuführen.

Nicht jedes diagnostiziertes Prostatakarzinom ist behandlungsbedürftig. Eine groß angelegte Studie zeigt, dass Patienten mit einem als low risk eingestuften Prostatakarzinom die Lebenserwartung nicht von dem Karzinom beeinflusst wird. Bei diesen Patienten kann bei einer zuverlässigen Diagnostik und Überwachung auf eine Therapie verzichtet werden.

Dies ist von daher bedeutsam, dass Operationen oder Bestrahlung eine wesentliche Einschränkung der Lebensqualität durch Nervenschädigung und damit einhergehenden Inkontinenz oder Impotenz hervorrufen können.

Eine verbesserte Diagnostik kann dazu beitragen, gefährliche Karzinome früher zu erkennen, aber auch zu verhindern, dass Karzinome mit einem geringen Risiko "übertherapiert" werden und damit die Lebensqualität eingeschränkt wird.

Eine Weiterentwicklung der Ultraschallgesteuerten Biopsie der Prostata stellt die transrektale MRT/US gestützte Biopsie dar. Als relativ neues Verfahren ist diese Methode eine Leistung, die privat bezahlt werden muss.

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Limitationen der Standartbiopsie

Limitationen der Standartbiopsie

Die Früherkennungsuntersuchungen, die Digital rektale Untersuchung (DRU) und die PSA-Wert Bestimmung erlauben nur einen Anfangsverdacht.
Auch die bildgebenden Verfahren (TRUS – Transrektaler Ultraschall und MRT) sind alleine nicht spezifisch und sensitiv genug für eine belastbare Diagnostik.

Die Sicherstellung der Diagnose und die für eine Therapieentscheidung notwendige Risiko- stratifizierung kann nur aufgrund einer Biopsie mit anschließender feinhistologischer Auswertung erfolgen.
Leitliniengerecht ist die transrektale Prostatastanzbiopsie unter TRUS-Kontrolle.
Die Probeentnahme wird nach einem bestimmten Schema mit 10 bis 12 Proben unter transrektalem Ultraschall durchgeführt.

  • Die Aussagekraft des histologischen Befunds wird durch die Tatsache eingeschränkt, dass die Probeentnahme zufällig erfolgt und immer nur Teile der Prostata erfasst.

  • Die Ausbreitung eines Prostatakarzinoms lässt sich bei einer positiven Biopsie sicher erst nachträglich, d.h. nach einer Operation mit Entfernung des Organs und anschließender histologischer Aufbereitung beurteilen.

  • Kleinere Karzinome können übersehen werden. Ist hingegen kein krankhaftes Gewebe nachweisbar (negative Biopsie), so kann dies bedeuten, dass tatsächlich keines vorhanden ist (richtig negatives Ergebnis), oder aber, dass es nicht getroffen wurde (falsch negatives Ergebnis).

  • Die Lokalisation der Proben kann nachträglich nicht genau nachvollzogen werden. Bewegungen des Patienten während der Untersuchung führen zusätzlich zur Unschärfe. Die Genauigkeit von Rebiopsien, z.B. im Rahmen von Active Surveillance ist dadurch limitiert.
  • Diese Unsicherheit führt dazu, dass auch Karzinome mit einem niedrigen Risiko therapiert werden, weil Patient oder Therapeut den „sicheren“ Weg gehen möchten.
    Man schätzt dass bei einem Teil der Low Risk Patienten eine Übertherapie erfolgt (DGU 2013).


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