Patienteninformation

Liebe Patienten,

auf den folgenden Seiten haben wir Ihnen einige Informationen zu häufigen Erkrankungen in der Urologie, deren Diagnose und Therapiemöglichkeiten zusammengestellt.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Arztgespräche.

Wenden Sie sich bei allen Fragen gerne an unser Praxisteam.


Prostata

Die Prostata (Vorsteherdrüse) gehört wie die Hoden zu den Geschlechtsorganen des Mannes. Das etwa walnussgroße Organ sitzt direkt unter der Blase und umschließt an dieser Stelle ringförmig die Harnröhre. Auf ihrer Rückseite liegt die Prostata in unmittelbarer Nähe zum Mastdarm (Rektum). Der Arzt kann sie vom Enddarm aus mit dem Finger ertasten und so mögliche krankhafte Veränderungen erkennen.

Von außen wird die Prostata von einer festen Bindegewebskapsel geschützt. Im Inneren befinden sich hauptsächlich Einzeldrüsen und feine Muskelfasern. Die Prostata ist verantwortlich für die Fruchtbarkeit eines Mannes. Ihr Sekret schützt die Spermien auf dem langen Weg zur Eizelle, macht sie beweglich und befähigt sie schließlich zur Befruchtung.

Die Prostata neigt ab der zweiten Lebenshälfte, unter dem Einfluss des Männerhormons Testosteron, bei vielen Männern zu vermehrtem Wachstum. Dies kann dazu führen, dass die durch die Prostata verlaufende Harnröhre mit der Zeit soweit eingeengt wird, dass sich zunehmend Beschwerden beim Wasserlassen einstellen.
Man spricht dann von einer Prostatavergrößerung, die in der Regel gutartig ist (gutartige Prostatavergrößerung).

Prostatavergrößerung

Prostatavergrößerung

Etwa jeder dritte Mann bekommt in der zweiten Lebenshälfte Probleme mit dem Wasserlassen.
Meistens liegt eine Vergrößerung der Prostata vor, die im Gegensatz zum Prostatakrebs gutartig ist. Das Anwachsen der Drüsenteile verläuft langsam, so dass sich Krankheitszeichen erst allmählich einstellen.

Mögliche Beschwerden:

Durch die Vergrößerung des Prostatagewebes wird die Harnröhre zunehmend eingeengt, so dass das Wasserlassen merklich anstrengender wird. Der Harnstrahl wird schwächer und es müssen vermehrt die Bauchmuskeln eingesetzt werden, um die Blase zu entleeren.

Der Gang zur Toilette häuft sich - auch nachts - begleitet von heftigem Harndrang, bei dem auch Urin verloren gehen kann. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Blase nicht mehr vollständig entleert werden. Es bleibt Urin in der Blase zurück, eine ideale Brutstätte für Keime, die Blasenentzündungen verursachen können. Auch beim Wasserlassen können Schmerzen auftreten.

Untersuchungen:

Folgende Untersuchungen werden durchgeführt:

  • Digital-Rektale Untersuchung dabei kann die Größe und Struktur der Prostata beurteilt werden
  • PSA-Wert
  • Uroflowmetrie zur Bestimmung der Urinflussgeschwindigkeit und des Restharns
  • Ultraschalluntersuchung der Prostata und des Harntrakts bei Harnrückstau

Behandlungsmaßnahmen

In der Regel helfen zunächst Medikamente diese Beschwerden eine Zeit lang zu lindern. Aber ab einem bestimmten Schweregrad wird es oft notwendig, Teile der Prostata zu entfernen, damit diese nicht mehr auf die Harnröhre und die Blase drücken kann. Als Standard der operativen Therapie gilt die TUR-P, TransUrethrale Resektion der Prostata. Dabei werden durch die Harnröhre Teile der Prostata ausgeschält. Eine Alternative stellt die Laser Methode dar. Mithilfe des Lasers wird das Prostatagewebe zerstört. Dieses Verfahren dauert länger und ist auch bei Risiko Patienten angebracht (z.B. hohes Alter, viele Begleiterkrankungen). Das Abtragen von Prostatagewebe ist operativ aber auch mit sogenannten minimalinvasiven Methoden möglich, die den Gewebeüberschuss der Prostata mittels Abgabe von Energie und Hitze abtragen. Hierzu zählt auch die Mikrowellentherapie.

Prostatakarzinom

Prostatakarzinom

Prostatakarzinom (=Prostatakrebs)

Der Prostatakrebs ist mittlerweile der häufigste Tumor, der bei Männern in Deutschland diagnostiziert wird. Jedes Jahr werden etwa 44.000 Neuerkrankungen registriert. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 69 Jahren. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kann der Prostatakrebs bereits in einem frühen Stadium erkannt werden und hat dann, soweit er auf die Prostatakapsel begrenzt ist, sehr hohe Heilungschancen.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Prostatakarzinoms sind unbekannt. Scheinbar besteht aber ein genetischer Zusammenhang. Gibt es in der Familie einen erstgradigen Verwandten mit Prostatakarzinom, so ist das Risiko etwas erhöht, selbst daran zu erkranken. Auch chronische Entzündungen wie eine chronische Prostatitis und Geschlechtserkrankungen sind ein Risikofaktor.

Bei der Ernährung spielt insbesondere das Lykopen eine Rolle. Dieser Stoff ist vorwiegend in Tomaten, Tomatensauce und Tomatenmark zu finden. Es wirkt vorbeugend. Weitere Stoffe z.B. aus grünem Tee und Granatapfelsaft sollen eine ähnliche Wirkung haben.

Beschwerden:

Im Frühstadium macht das Prostatakarzinom oft keine Beschwerden. Meist entsteht der Verdacht auf ein Karzinom durch eine auffällige rektale Untersuchung oder durch eine Erhöhung des PSA-Wertes. Im fortgeschrittenem Stadium können folgende Beschwerden auftreten:

  • Harnverhalt mit Restharngefühl
  • Blutiger Urin
  • Inkontinenz
  • Knochenschmerzen
  • Impotenz

Behandlungsmethoden

Zur Behandlung des Prostatakarzinoms stehen 3 Behandlungsmethoden zur Verfügung:

  • die Totaloperation (operative Entfernung der Prostata, auch radikale Prostatektomie genannt)
  • die externe Bestrahlung
  • die permanente Seed Implantation (permanente Bestrahlung von Innen mittels eingesetzter Seeds = Stifte, auch LDR Brachytherapie genannt)

Welche Therapieform gewählt wird, hängt von der Ausbreitung des Karzinoms und dessen Agressivität ab. Gelingt es bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom durch Operation, den Tumor vollständig zu entfernen, ist die Prognose des weiteren Verlaufes günstig und es kann in vielen Fällen von einer Heilung ausgegangen werden.

Bei wenig agressiven Tumoren und einem höheren Lebensalter kann auch das "aktive Zuwarten", d.h. man verzichtet zunächst auf eine Therapie und beobachtet sorgfältig die weitere Entwicklung, eine sinnvolle Alternative sein, da die Wahrscheinlichkeit an dem Krebs zu sterben gering ist.

Bei fortgeschrittenen Karzinomen kommt die Hormontherapie zum Einsatz. Es werden Androgene gehemmt, die das Wachstum des Karzinoms fördern. Dafür gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wird mithilfe von Medikamenten eine Blockade der Androgene bewirkt, oder es werden in seltenen Fällen die Hoden operativ entfernt. Nebenwirkungen der Hormontherapie können Hitzewallungen, Vergrößerung der Brustdrüsen und Erektionsstörungen sein.

In den Fällen, in denen es auch unter Hormontherapie zu einem Fortschreiten der Erkrankung kommt, gibt es verschiedene Chemotherapeutika, die eingesetzt werden können.


Risikofaktoren

Risikofaktor Alter

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken.

Bei jedem sechsten Mann über Fünfzig (17%) wird heute Prostatakrebs diagnostiziert. Für jeden Dritten dieser Prostatapatienten endet die Krankheit tödlich.

Familienanamnese

Der Zusammenahng zwischen einer positiven Familienanamnese und dem Risiko, ein Prostatakarzinom zu entwickeln, ist belegt. Dabei liegt das relative Risiko bei 2,5- bis 4,3 % für jeglichen erstgradigen Verwandten. Weitere Faktoren, die das relative Prostatakrebsrisiko erhöhen, sind: jüngeres Alter betroffener Familienmitglieder, steigende genetische Übereinstimmung zum betroffenen Familienmitglied und steigende Anzahl individuell betroffener Familienmitglieder.

Weitere mögliche Risikofaktoren

Neben den genannten Risikofaktoren gibt es eine Reihe von Faktoren, die mit dem Auftreten eines Prostatakarzinoms in Verbindung gebracht werden. Für keinen der Faktoren gibt es jedoch eindeutige Belege.

Ernährungsbedingte und sozioökonomische Faktoren

Das Auftreten des Prostatakarzinoms zeigt global betrachtet ein signifikantes Ost-West-Gefälle zugunsten des asiatischen Raumes und innerhalb Europas auch ein Nord-Süd-Gefälle zugunsten südeuropäischer Länder. Dieses wird mit unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten in den Ländern sowie sozioökonomischen Faktoren in Verbindung gebracht. Bezüglich der Ernährung liegen Studien vor, dass von Phytoöstrogenen (insbesondere Soja) und einer lyconpenreichen Kost (in Tomaten enthalten) eine schützende Wirkung ausgeht.


Vorsorge und Früherkennung

Vorsorgemöglichkeiten

Ein gesunder Lebensstil kann einer Entstehung eines Prostatakarzinoms vorbeugen. Wichtig sind dabei:

  • Gesunde Ernährung (viele pflanzliche Produkte)
  • Bewegung und Sport
  • Gesundes Gewicht
  • Rauchen aufgeben
  • Geringe Mengen Alkohol

Bei der Ernährung spielt insbesondere das Lykopen eine große Rolle. Dieser Stoff ist vorwiegend in Tomaten, Tomatensauce und Tomatenmark zu finden. Es wirkt vorbeugend und kann Prostatakarzinomzellen abtöten. Weitere Stoffe z.B. aus grünem Tee und Granatapfelsaft haben eine ähnliche Wirkung.

Früherkennung:

Die allgemeine Empfehlung für die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen richtet sich an Männer ab 45 Jahren. Dabei wird bei einer rektalen Untersuchung der Enddarm und die Prostata beurteilt. Zudem wird der sogenannte PSA-Wert bestimmt. Eine deutliche Erhöhung über dem Normwert kann auf ein Prostatakarzinom hindeuten, es können jedoch auch andere Ursachen, wie eine gutartige Prostatavergrößerung, eine Prostataentzündung oder Fahrradfahren für einen erhöhten PSA-Wert verantwortlich sein.

Bei verdächtigen Tastbefunden und PSA-Werten wird eine Prostatastanzbiopsie empfohlen.


Radikale Prostatektomie

Bei einer radikalen Prostatektomie werden die gesamte Prostata mit ihrer Kapsel, die anliegenden Samenbläschen sowie die Lymphknoten entfernt. Dabei gibt es verschiedene Zugangswege zur Prostata:

  • Über den Unterbauch (retropubische radikale Prostatektomie)
  • Über minimal-invasive Zugang im Unterbauch (laparoskopische radikale Prostatektomie, ggf. roboterassistiert)
  • Über den Damm (perineale radikale Prostatektomie)

Alle drei Verfahren liefern gleichwertige Ergenisse hinsichtlich der Entfernung des Tumors.

Nervenerhaltende Operation

Je nach Größe und Ausdehnung des Tumors kann eine nervenerhaltende Operation durchgeführt werden. Das bedeutet, dass die Gefäß-Nerven-Bündel, die neben der Prostata verlaufen, geschont werden und so die Potenz und Harnkontinez nach der Operation bewahrt werden.

Lymphknoten

Zunächst werden bei der Opration die benachbarten Lymphknoten aufgesucht und entfernt. Mithilfe einer Schnellschnittuntersuchung wird festgestellt, ob bereits Absiedelungen in diesen Lymphknoten vorhanden sind oder nicht. Sollte dies der Fall sein, so kann der Operateur den geplanten Eingriff abbrechen und ggf. auf eine günstigere Therapie umschwenken.

Entfernung der Prostata mit Kapsel

Bei tumorfreien Lymphknoten wird die Prostata mit ihrer Kapsel sowie die Samenbläschen entfernt. Der verbleibende Blasenstumpf und das Ende der Harnröhre werden neu miteinander vernäht. Diese neue Verbindung wird in den ersten Tagen nach der Operation durch einen Katheter geschient, um so die Wundheilung zu gewährleisten und einen Urinabflussweg zu schaffen.

Indikationen

Die Entscheidung für eine radikale Prostatektomie hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist angezeigt bei:

  • nicht metastasierter Tumor
  • Möglichkeit der Entfenung ohne Resttumor
  • schlechte Differenzierung des Karzinoms
  • Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren

Sowohl bei lokal begrenztem als auch lokal fortgeschrittenem Tumor sollten die Vor- und Nachteile von Prostatektomie und Strahlentherapie sowie anderer Verfahren abgewogen werden.

Komplikationen

Folgende Komplikationen können bei einer radikalen Prostatektomie auftreten:

  • Urinverlust (Harninkontinez)
  • Erektionsstörungen/Impotenz bei Verletzung oder Entfernung des Gefäß-Nerven-Bündels
  • Erschwertes Wasserlassen durch Engstellen in der neuen Blasen-Harnröhrenverbindung

Laparoskopische roboterassistierte Operation

In einigen Zentren wird eine laparoskopische Operation mit einem Operationsroboterangeboter (z.B. da Vinci) angeboten. Mögliche Vorteile der Operation mit da Vinci sind: geringerer Blutverlust und Schmerzmittelbedarf sowie kürzere Krankenhaus und Katheterverweildauer. Als Nachteile werden eine längere OP-Dauer und eine Lernkurve des Operateurs genannt, weshalb ein erfahrenes Zenrtum ausgewählt werden sollte.


Strahlentherapie

In der Behandlung des Prostatakrebs unterscheidet man zwei verschiedene Arten der Strahlentherapie: Die perkutane Strahlentherapie („durch die Haut“) und die Brachytherapie.

LDR-Brachytherapie (niedrige Dosisrate) und HDR-Brachytherapie (hohe Dosisrate) unterscheiden sich vor allem durch die abgegebene Strahlung in einer bestimmten Zeit.

Perkutane Strahentherapie

Bei der perkutanen Strahlentherapie wirkt ionisierende Strahlung von außen auf den Körper ein. Man bestrahlt dabei in mehreren Sitzungen um dem Körper dazwischen Zeit zur Erholung zu geben, Tumorzellen erholen sich wesentlich schlechter. Der Tumor wird von verschiedenen Seiten aus nach einer 3D-Planung bestrahlt um die umliegenden Gewebe besser schonen zu können und mehr Strahlung in den Tumor zu bringen.

Wann braucht man eine perkutane Strahlentherapie?

Eingesetzt wird diese Methode zur alleinigen Behandlung des Prostatakrebs, wenn sich dieser noch auf die Prostata beschränkt. Wächst der Tumor schon über die Kapsel hinaus oder wurde vom Arzt ein hohes Risikoprofil diagnostiziert, wird die Strahlentherapie zusätzlich mit einer Hormontherapie kombiniert.

Brachytherapie

Die Brachytherapie zeichnet sich dadurch aus, dass eine radioaktive Substanz durch eine Körperöffnung in die unmittelbare Nähe der Prostata eingebracht wird. Die Wirkung ist lokal begrenzt und es erfolgt nur geringe Schädigung von entferntem gesunden Gewebe. Der Eingriff wird in der Regel in lokaler Betäubung ambulant durchgeführt.

Geringe Nebenwirkungen

Durch die Nähe zur Prostata ist die Häufigkeit von Belastungsinkontinenz und Störungen der Potenz vermindert.

Wann braucht man eine Brachytherapie?

Eingesetzt wird die LDR-Brachytherapie als alleinige Behandlung nur beim kleinen auf die Kapsel begrenzten Prostatakrebs mit geringem Risikoprofil. Sowohl LDR- und HDR-Brachytherapie können aber auch bei höherem Risiko mit der oben genannten perkutanen Strahlentherapie kombiniert verwendet werden.


LDR Brachytherapie

LDR Brachytherapie (Seed-Implantation)

Die "Transperinale Seed Implantation", auch unter dem Brgriff "permanente Brachytherapie" bekannt, stellt eine alternative Behandlungsmethode des Prostatakrebses dar. Diese Behandlungsmethode bringt bei gleich guten Heilungsergebnissen deutlich weniger Nebenwirkungen mit sich.

Wie funktioniert die "permantente Seed Implantation"?

Bei der permanenten Seed Implantation werden kleine strahlende Stifte (Seeds) über Hohlnadeln direkt in die Prostata implantiert (eingesetzt). Die Seeds (Stifte) geben ihre Strahlung von Innen über mehrere Monate an das umliegende Gewebe ab. Die Strahlung hat eine sehr begrenzte Reichweite. Durch die Millimeter genaue Positionierung dieser Seeds, die per Computer berechnet wird, wird eine Schädigung des umliegenden gesunden Gewebes verhindert.

Die permanente Seed Implantation ist ein aufwendiges Operationsverfahren, das einen hohen technischen und apperativen Aufwand erfordert. Das Operationsteam besteht aus mindestens vier Personen: einem Strahlentherapeuten, einem Urologen, einem Medizinphysiker sowie einem Anästhesisten.

Diese Operation erfolgt vorzugsweise unter Vollnarkose und dauert etwa eine bis eineinhalb Stunden.

Was geschieht nach der Operation?

Grundsätzlich kann der Eingriff in einem sehr kurzen stationären Aufenthalt oder auch ambulant durchgeführt werden. Am nächsten Tag sollte eine Kontrolluntersuchung beim behandelnden Urologen erfolgen. Etwa 4 Wochen nach der Implantation der Seeds (Stifte) wird eine Qualitätskontrolle der Operation durchgeführt um sicher zu stellen, dass auch wirklich das gesamte Prostatagewebe mit einer ausreichend hohen Strahlung versorgt wurde. Ein Kernspin- und/oder Computertomogramm erfasst exakt die Lage der eingesetzten Seeds. Ein Computerprogramm berechnet dann nochmals die applizierte (verabreichte) Strahlendosis.

Welche Vorteile bietet diese Methode dem Patienten?

Bei Prostatakarzinom im Frühstadium ist die transperineale Seed Implantation mehr als nur eine schonende Alternative. Sie wird als alleinige Therapie ohne weitere Maßnahmen mit sehr guten Ergebnissen angewandt.
In fortgeschrittenen Stadien kann die Seed Implantation auch mit einer äußeren Bestrahlung kombiniert werden.
br> Die begrenzte Reichweite der Strahlung der Seed Implantation spiegelt sich in deutlich niedrigeren Nebenwirkungsraten im Vergleich zur Totaloperation oder der externen Bestrahlung wieder.
In seltensten Fällen können Kontinenzprobleme auftreten, die Potenz bleibt bei der Seed Implantation meist erhalten

Welche Heilungserfolge sind zu erwarten?

Vergleicht man die Ergebnisse folgender Behandlungsmethoden:

  • Totaloperation
  • externe Bestrahlung
  • permanente Seed Implantation

So zeigen 10- bis 12- Jahresdaten für diese drei Behandlungsmethoden nahezu gleiche Ergebnisse.


Hormontherapie

Allgemeines

Bei fast allen Patienten mit einem Prostatakarzinom wachsen die Tumorzellen hormonabhängig. Daher ist das Ziel einer Hormontherapie Androgene auszuschalten, die das Krebswachstum fördern. Dazu kann man verschiedene Methoden verwenden:

  • Orchiektomie (Entfernung der Hoden)
  • Antiandrogene
  • LH-RH-Analoga

Einsatz

Empfohlen wird die Hormontherapie bei:

  • Lokal fortgeschrittenen Karzinomen
  • älteren Patienten, für die eine Operation zu riskant wäre
  • Rückfällen nach Operationen oder Bestrahlung
  • Bei Radiotherapie zur unterstützenden Behandlung

Nebenwirkungen

  • Wachstum der Brustdrüsen
  • Knochenschwund (Osteoporose)
  • Muskelschwund
  • Kognitive Einschränkungen
  • Unfruchtbarkeit

Als spezielle Nebenwirkungen der Orchiektomie und der LHRH-Analoga können auftreten:

  • Nachlassen des sexuellen Interesses (Libido)
  • Erektionsstörungen
  • Hitzewallungen

Antiandrogene haben in der Regel weniger Nebenwirkungen auf das Sexualleben.


HFIU

Bei der HIFU-Methode wird durch hochintensiven fokussierten Ultraschall Krebsgewebe in der Prostata lokal erhitzt und zerstört. Zur Behandlung wird die Ultraschallsonde über den Darm an die Prostata herangeführt. Der Arzt kann über den Bildschirm millimetergenau die Therapie planen und steuern. Umliegendes Gewebe wird geschont.

Wann wird die Therapie emfohlen?

  • Beim lokaln Prostatakarzinom (T1-T2), wenn die operative Entfernung nicht indiziert ist
  • Zur Behandlungen von Rezidiven nach nach Strahlentehrapie und operativer Behandlung
  • Zur palliativen Behandlung

Das Verfahren ist für Behandlungen sowohl unter kurativen als auch unter palliativen Gesichtspunkten einsetzbar. Im Gegensatz zu strahlentherapeutischen Verfahren ist es im Rezidivfall wiederholbar, es stellt also keine „therapeutische Sackgasse“ dar.

Aufgrund der geringen Belastung für den Patienten, eignet sich HIFU besonders auch für ältere Patienten sowie für die Patienten, die neben dem Krebs noch an weiteren schweren Erkrankungen leiden.

Wirksamkeit

Die Methode wird seit ca. 10 Jahren an verschiedenen Zentren in Deutschland durchgeführt. Die Wirksamkeit wurde durch klinische Studien belegt. Die Erfolgsraten sind mit einer operativen Therapie oder Strahlentherapie vergleichbar.

Die Behandlung

Es handelt sich um einen minimal-invasiven Eingriff, der ca. 2 Stunden dauert und in Teilnarkose oder Vollnarkose durchgeführt wird. Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 3-5 Tage. Da kein Schnitt erfolgt und keine Bestrahlung ist die Erholungszeit sehr kurz.

Geringe Nebenwirkungen

Die Therapie ist gut verträglich. Studienergebnisse zeigen im vergleich zur operativen Entfernung der Prostata oder der Strahlentehrapie wesentlich geringere Inkontinenzraten und bis zu 87% Potenzerhalt durch die nervenschonende Behandlung.

Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Die Behandlungskosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des DRG-Systems (diagnosebezogene Fallgruppen, Diagnosis Related Groups) übernommen.


Chronische Prostatitis

Chronische Prostatitis

Die Chronische Prostatitis ist die häufigste urologische Diagnose bei Männern unter 50 Jahren. Meist liegt der Chronischen Prostatitis eine Infekton zugrunde, aber auch andere Ursachen können für dieses Krankheitsbild verantwortlich sein.

Kennzeichen dieser Erkrankung sind:

  • wiederkehrende oder ständige Schmerzen im Damm (zwischen Hoden und Rektum) oder in der Hüftgegend
  • Beschwerden beim Wasserlasen: brennendes Gefühl, häufiges Wasserlassen
  • sexuelle Probleme: Impotenz, Schmerzen oder Unbehagen während oder nach dem sexuellen Höhepunkt (Ejakulation)

Untersuchungen:

  • wiederkehrende oder ständige Schmerzen im Damm (zwischen Hoden und Rektum) oder in der Hüftgegend
  • Beschwerden beim Wasserlasen: brennendes Gefühl, häufiges Wasserlassen
  • sexuelle Probleme: Impotenz, Schmerzen oder Unbehagen während oder nach dem sexuellen Höhepunkt (Ejakulation)

Untersuchungen:

  • Körperliche Untersuchung
  • Ultraschall des Harntraktes und der Prostata
  • Uroflowmetrie zur Bestimmung des Harnstahls
  • Urinkultur zum Nachweis von Keimen bei einer chronischen bakteriellen Prostatitis

Behandlungsmöglichkeiten

In der Regel wird die Chronische Protatitis medikamentös mit Antibiotika behandelt. Zusätzlich werden beruhigende, durchblutungsfördernde, krampflösende und schmerzlindernde Medikamente eingesetzt.

Zur Nachbehandlung wird unterstützend eine Immuntherapie zur Steigerung der eigenen Immunabwehr empfohlen.

Prophylaxe (Vorsorge)

Um einer erneuten Erkrankung vorzubeugen, sollte man einige Vorsichtsmaßnehmen beachten:

  • Vermeiden Sie eine Auskühlung im Beckenbereich
  • Hüten Sie sich vor kalten Füßen
  • Meiden Sie Überanstrengung und starke Belastung des Beckenbodens (z. B.: Reiten, Fahrradfahren)

Wir empfehlen als Prophylaxe die Kombination einer lokalen Gewebeerwärmung mit ausgewählten Medikamenten. Erfolgt der Eingriff rechtzeitig, sind die Heilungschancen gut.

Das DuoThermia-Verfahren

Mit dem DuoThermia-Verfahren werden Prostata und Blase mit einem Spezialkathter mit Hyperthermie erwärmt (Überwärmung). Der Kathter wird über die Harnröhre in die Blase eingeführt.

Weitere Informationen zu diesem Eingriff sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Behandlungsmöglichkeiten erklären wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch in unserer Praxis.


Harnblase

Die Harnblase dient als Hohlorgan zur Speicherung von Urin. Ab einer Füllungsmenge von etwa 350-750ml bei Männern und 250–550 ml bei Frauen tritt der Harndrang ein. Das maximale Fassungsvolumen bei Erwachsenen beträgt etwa 900-1500ml.

Die Harnblase liegt vor der Vagina bei der Frau bzw. vor dem Mastdarm beim Mann. An der Oberseite der Harnblase liegen die Einmündungsstellen der paarigen Harnleiter (Ureter), die den Urin von den Nieren zur Harnblase leiten. An der Unterseite befindet sich die Harnröhre, die den Urin nach außen leitet.

Blaseninfektionen

Blaseninfektionen

Allgemeines

Meistens sind Kinder und Frauen durch ihre kürzere Harnröhre betroffen, aber auch ältere Männer, die an einer gutartigen Prostatavergrößerng leiden, können eine Blasenentzündung bekommen.

Beschwerden

Typische Beschwerden bei einer Blasenentzündung sind:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiger Harndrang mit geringer Harnmenge
  • Blasenkrämpfe
  • Blutiger Urin
  • Schmerzen im Unterleib

Vorbeugung

  • Analhygiene und Sexualhygiene
  • Vermeiden von Unterkühlung

Ursachen

Die häufigsten Erreger einer Blasenentzündung stammen aus der Darmflora und verursachend deshalb eine aufsteigende Infektion. Faktoren, die die Entstehung einer Zystitis begünstigen können, sind:

  • Abflussstörungen des Urins (z.B. gutartige Prostatavergrößerung)
  • Alter
  • weibliches Geschlecht (kurze weibliche Harnröhre, Nähe der Harnröhrenöffnung zur Analregion, häufiger Geschlechtsverkehr)
  • medizinische Eingriffe
  • Diabetes mellitus

Diagnostik

  • Urindiagnostik zum Nachweis von Blutzellen und Bakterien
  • Urinkultur für eine gezielte Antibiotikatherapie
  • Ultraschall der Niere und Harnblase
  • Ggf. Ausscheidungsurographie und Zystoskopie

Therapie

In der Regel wird eine Blasenentzündung mit Antibiotika behandelt. Reichlich Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Blasenentleerungen und lokale Wärme wirken unterstützend.

Inkontinenz

Inkontinenz

Formen der Harninkontinenz

Man unterscheidet mehrere Formen des unwillkürlichen Urinverlustes:

  • Belastungsinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • Überlaufinkontinenz

Hinzu kommen einige seltenere Formen:

  • Erkrankungen der Wirbelsäule und des Zentralnervensystems
  • Unterbrechung der Nervenbahnen im Rückenmark z. B. bei Querschnittslähmung
  • Urinverluste, die nicht über die Harnröhre erfolgen, z. B. bei Fisteln oder angeborenen Fehlbildungen der oberen Harnwege.

Häufig finden sich auch Mischformen, vor allem die Kombinationen aus Stress- und Dranginkontinenz. Hierbei gibt es durchaus Fälle, in denen z.B. nach einer Operation aufgrund einer Belastungsinkontinenz noch eine medikamentöse Therapie erfolgen muss, um die Drangkomponente zu therapieren.

Ursachen einer Blasenschwäche

Die Belastungsinkontinenz (früher auch als Stressinkontinenz bezeichnet) ist auf eine Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur zurückzuführen, z.B. nach vielen Geburten, schwerer körperlicher Arbeit oder bei Übergewicht, meist verstärkt durch Östrogenmangel nach den Wechseljahren. Bei der Belastungsikontinenz kommt es zu Harnverlust unter Belastung wie z.B. Husten, Pressen, Niesen, Treppensteigen, Lachen, Tragen schwerer Lasten.

Bei der Dranginkontinenz besteht eine Störung der Blasenmuskulatur; die Speicher- und Haltefunktion der Harnblase ist durch vorzeitige, nicht hemmbare Kontraktionen der Blasenmuskulatur gestört, man spricht von "Detrusorhyperaktivität". Bei der Dranginkontinenz entsteht ein unkontrollierter, unfreiwilliger Urinabgang verbunden mit starkem Harndrang.

Die Überlaufinkontinenz entsteht durch eine Abflussbehinderung, z.B. durch Prostatavergrößerung, Steine, Harnröhrenverengung, Nervenschädigung wie sie z.B. bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auftritt, selten auch durch Tumore. Diese Faktoren bewirken, dass die Blasenwand passiv überdehnt wird. Es bilden sich hohe Restharnmengen aufgrund unvollständiger Blasenentleerung. Die Folge ist: ungewollter Urinverlust, wenn der Druck der Blase den Druck in der Harnröhre übersteigt. Als Folge der Restharnbildung neigen die Patientinnen und Patienten zu chronischen Infektionen.


Untersuchungen

Vor der richtigen Therapie muss eine exakte Diagnostik die Form der Harninkontinenz festlegen.
Erst an zweiter Stelle steht die Frage nach dem Schweregrad der Harninkontinenz, wobei auch hier das subjektive Empfinden der Inkontinenzbeschwerden von entscheidender Bedeutung ist.

Am Anfang aller Diagnostik steht wie immer das ausführliche Gespräch, in dem der Patient/die Patientin über ihre Vorgeschichte, Erkrankungen, Geburten, Operationen, Medikamenteneinnahme, bisherige Therapieversuche und noch mögliche spezifische Problematiken befragt wird.

Bei der Abklärung der Harninkontinenz ist es oft hilfreich, auf einen Inkontinenzfragebogen zurückzugreifen: hierbei werden gezielt Fragen nach Situationen, Art und Umfang des unwillkürlichen Urinverlustes gestellt.

Anschließend erfolgt eine genaue körperliche und bei Frauen eine gynäkologische Untersuchung. Schließlich wird auch der Spontanurin untersucht, wobei vor allem geklärt wird, ob eine Blaseninfektion besteht.

Sinnvoll ist auch oft eine Spiegelung von Blase und Harnröhre (Urethocystoskopie). Ergänzend kann mit dem Ultraschall eine Untersuchung der inneren Organe des kleinen Beckens (Gebärmutter, Eierstöcke, Harnblase, Douglasraum) und auch beider Nieren erfolgen.

Die Urodynamik bietet die Möglichkeit der Blasendruckmessung während des Wasserlassens und hilft, eine exakte Diagnose zu stellen


Therapie

Die Therapie einer Harninkontinenz ist abhängig von der Form der Inkontinenz, der Ursache und dem Schweregrad.


  • Therapie einer Grunderkrankung
    Liegt die Ursache der Harninkontinenz in einer bestimmten Grundkrankheit (z. B. als Folge einer Zuckerkrankheit), muss zunächst die Grunderkrankung optimal behandelt werden.
  • Medikamente überprüfen
    Gelegentlich wird die Harninkontinenz durch bestimmte Medikamente ausgelöst, die in diesem Falle unter Einbeziehung des Hausarztes auf andere Präparate umgestellt werden sollten oder deren Einnahmezeit geändert werden sollte (z. B. Diuretika bei Herzinsuffizienz oder bestimmte Medikamente bei Bluthochdruck, bestimmte Psychopharmaka, Schlafmittel und viele andere Medikamente).
  • Harnwegsinfektion behandeln
    Falls eine Infektion der Harnwege besteht, sollte eine gezielte Infektbehandlung im Urogenitalbereich, eventuell nach Erstellung eines Antibiogramms erfolgen.
  • Gewicht normalisieren
    Besteht Übergewicht, sollte dringend eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. Allein schon hierdurch lassen sich manche Formen der Harninkontinenz deutlich lindern.
  • Stärkung der Beckenbodenmuskulatur
    Sinnvoll ist häufig auch das Erlernen bestimmter Übungen zur Stärkung der Muskulatur des Beckenbodens. Diese Beckenbodengymnastik sollte dann regelmäßig von der Patientin zu Hause durchgeführt werden. Es gibt auch besondere Sonden, die während der Gymnastik den ausgeübten Druck messen und diese Information zum Beispiel per Kopfhörer direkt an die Patientin weitergeben, damit sie sich besser selbst kontrollieren und korrigieren kann.
  • Lokalbehandlung mit Hormonsalben
    Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die lokale Behandlung der äußeren Genitale und der Scheide durch Hormone in Form von Zäpfchen oder Salben. Auch eine systemische Hormontherapie kann erwogen werden. Die Wirkung sowohl der lokalen als auch der systemischen Hormongabe beruht auf einem Wiederaufbau der Schleimhäute bei trockenen und atrophen Verhältnissen. Hierdurch resultiert ein messbarer Druckanstieg in der Harnröhre und eine Besserung der Senkungsbeschwerden.
  • Medikamentöse Therapie
    Bei der Therapie der verschiedenen Formen der Harninkontinenz stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung, die individuell ausgesucht und dosiert werden müssen.
  • Naturheilkundliche Therapie
    Es gibt auch diverse pflanzliche und homöopathische Therapiemöglichkeiten; es kann auch eine Akupunkturbehandlung versucht werden.
  • Operative Therapie
    Zur Behandlung einer Stressinkontinenz stehen auch zahlreiche Operationen zur Verfügung. Neue Netzmaterialien und minimalinvasive Techniken haben die therapeutischen Möglichkeiten in den letzten Jahren wesentlich erweitert.
  • Pessarbehandlung
    Bei Patientinnen, bei denen aufgrund des Alters oder der Vorgeschichte eine Kontraindikation zur Operation vorliegt, besteht auch die Möglichkeit einer Pessarbehandlung. Hierbei wird ein Ring in die Scheide eingelegt, um diese, die Blase oder die Gebärmutter mechanisch wieder möglichst in ihre anatomisch korrekte Lage zu bringen. Die Pessare müssen regelmäßig gereinigt und erneuert werden.

Blasensteine

Blasensteine

Allgemeines

Ein Blasenstein ist ein festes Gebilde in der Harnblase. Sie können die Größe eines Hühnereis erreichen ohne bemerkt zu werden. Meist sind Blasensteine harmlos, aber manchmal können sie auch zu Beschwerden führen. Am häufigsten betroffen sind ältere Männer und übergewichtige Personen.

Ursache

  • Meist bei Männern infolge einer Harnabflusstörung (z.B. gutartige Prostatavergrößerung, Tumor)
  • Restharnbildung
  • Divertikel
  • Infektionen
  • Nierensteine, die in die Blase gewandert sind)
  • Gicht
  • Diabetes
  • Übergewicht

Vorbeugung

  • Reichlich Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter am Tag)
  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Gewichtsreduktion
  • Ausreichend Bewegung

Beschwerden

  • Schmerzen
  • Plötzlicher Harndrang
  • Häufiger Harndrang mit kleinen Urinmengen
  • Blut im Urin
  • Harnstottern, wenn die Harnentleerung mit Unterbrechungen des Harnstrahls erfolgt, weil der Blasenausgang durch den Blasenstein immer wieder verlegt wird
  • Blasenentzündung

Diagnostik

  • Urinuntersuchungen
  • Ultraschall
  • Röntgen
  • Blasenspiegelung (Zystoskopie)
  • Ggf. CT

Therapie

Kleinere Harnsteine können mit viel Flüssigkeitszufuhr und krampflösenden und schmerzstillenden Medikamenten zum Abgang gebracht werden. Dabei wirkt Bewegung unterstützend. Seltener ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Als Standardtherapie gilt dabei die Lithotripsie. Dabei wird unter örtlicher Betäubung ein Instrument durch die Harnröhre in die Blase geschoben, das den Stein mechanisch durch Stoßwellen oder Ultraschall zertrümmert. Die Trümmer werden dann entfernt.

Blasenkrebs

Blasenkrebs

Ein Krebs der Harnblase ist ein äußerst heimtückischer Tumor. Er kann jahrelang wachsen, ohne dass die Betreffenden etwas davon merken, d.h., ohne dass Beschwerden wahrgenommen werden.

Jedoch gilt auch für Blasenkrebs: je früher er erkannt wird, desto besser sind die Behandlungs- und Heilungschancen.

Mögliche Beschwerden:

  • schmerzloser blutiger Urin der Urin ist plötzlich einmal oder wiederholt blutig verfärbt
  • erschwertes, bisweilen schmerzhaftes Wasserlassen
  • Röntgen
  • Blasenspiegelung (Zystoskopie)
  • häufiger Harndrang

Diese Symptome können jedoch oft auch als Blasenentzündung fehlgedeutet werden!!

Ursachen

Der Blasenkrebs ist der 5. häufigste Tumor. Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei dieser Krebsart ein Zusammenhang mit Risikostoffen aus der Arbeitswelt besteht.
Besonders Arbeitnehmer in der chemischen, Gummi-, Farbstoff- oder Lederindustrie, sowie Tankwarte und Fernfahrer sind stärker gefährdet an Blasenkrebs zu erkranken.
Männer sind dreimal so häufig betroffen wie Frauen.

Auch Raucher und Personen, die jahrelang Schmerzmittel einnehmen, haben ein erhöhtes Krebsrisiko.
Chronische Blasenentzündungen und Harnabflussstörungen begünstigen ebenfalls die Entstehung von Tumoren.

Die krebsauslösenden Substanzen werden über die Haut oder mit der Atemluft aufgenommen und über die Blase bzw. mit dem Urin wieder ausgeschieden.
Die Zeitspanne, bis sich ein Tumor bildet, kann 15-30 Jahre beragen.
Der Erkrenkungsgipfel liegt bei 50 Jahren.

Mögliche Früherkennungsuntersuchungen

Durch eine frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Behandlung können schwere Operationen wie die vollständige Entfernung der Harnblase verhindert werden.

Gerade bei Menschen, die eine der aufgeführten Risikogruppen zuzuordnen sind, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung anzuraten.

  • Test mit Tumormarker (NMP 22)
    Zur frühzeitigen Diagnose von Blasenkrebs steht jetzt ein einfach anzuwendender Test zur Verfügung, der doppelt so genau ist, wie die Urinzytologie. Tumormarker sind Eiweiße, die von den Krebszellen produziert werden. Das NMP 22 (tumorassoziiertes nukleäres Matrixprotein) kann im Urin nachgewiesen werden.
  • Urinzytologie: in einer Urinprobe wird unter dem Mikroskop nach bösartig verändertern Zellen gesucht.

Blutiger Urin - was tun?

Die Ursache für Blut im Urin - auch wenn es nur einmal auftritt - muss unbedingt beim Urologen abgeklärt werden.

Hierzu ist eine Standarddiagnostik festgelegt:

  • Urinuntersuchung
  • Urinkultur zur Abklärung einer möglichen Infektion
  • Ultraschalluntersuchung des Harntrakts
  • gegebenenfalls Blasenspiegelung (Cystoskopie)

Therapie des Blasenkrebs

Wurde ein Blasenkarzinom (Blasenkrebs) diagnostiziert, wird je nach Alter und Gesundheitszustand des Patienten eine geeignete Therapie eingeleitet. Hierbei spielt auch die Ausdehnung und der Grad der Bösartigkeit des Tumors eine Rolle.

Es stehen dabei folgende therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Lokale Abtragung des Blasentumors bei Organerhalt (Trans-Urethrale-Resektion: TUR-BT )
  • vorsorgliche (prophylaktische) Behandlung mittels intravesikaler Chemo- oder Immunotherapie (Einbringen eines Chemo- oder Immuntherapeutikums in die Blase)
  • Zystektomie (Entfernung der Blase)

Ca. 80 % der Blasentumore werden in einem Stadium erkannt, in dem sie noch oberflächlich wachsen. In diesem Fall werden sie mit einer durch die Harnröhre eingeführten elektrischen Schlinge abgetragen (transurethrale Resektion).

Da die Rückfallhäufigkeit recht hoch ist, werden nach der Resektion in bestimmenten zeitlichen Abständen tumorhemmende Substanzen mit einem Katheter in die Blase gespritzt.

Bei weiter fortgeschrittenen Tumoren ist die Therapie der Wahl die Cystektomie, d.h. die Entfernung der Harnblase. Danach stehen verschiedene Möglichkeiten zur Harnableitung zur Verfügung, wie etwa das Bilden einer Ersatzblase aus Darmanteilen.

Nachsorge:

Die Therapieüberwachung und Nachsorge bei Blasenkrebs besteht in Blasenspiegelungen, Urinzytologie und der Bestimmung der Tumormarker (NMP 22).

Blasenkrebsfrüherkennung

Blutiger Urin - was tun?

Die Ursache für Blut im Urin - auch wenn es nur einmal auftritt - muss unbedingt beim Urologen abgeklärt werden.

Hierzu ist eine Standarddiagnostik festgelegt:

  • Urinuntersuchung
  • Urinkultur zur Abklärung einer möglichen Infektion
  • Ultraschalluntersuchung des Harntrakts
  • gegebenenfalls ist eine Blasenspiegelung notwendig

Mögliche Vorsorgeuntersuchungen

Durch eine frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Behandlung können schwere Operationen wie die vollständige Entfernung der Harnblase verhindert werden.

Gerade bei Menschen, die eine der aufgeführten Risikogruppen zuzuordnen sind, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung anzuraten.

  • Test mit Tumormarker (NMP 22)
    Zur frühzeitigen Diagnose von Blasenkrebs steht jetzt ein einfach anzuwendender Test zur Verfügung, der doppelt so genau ist, wie die Urinzytologie. Tumormarker sind Eiweiße, die von den Krebszellen produziert werden. Das NMP 22 (tumorassoziiertes nukleäres Matrixprotein) kann im Urin nachgewiesen werden.
  • Urinzytologie: in einer Urinprobe wird unter dem Mikroskop nach bösartig verändertern Zellen gesucht.

NMP Test zur Früherkennung

Blasentunore wachsen lange ohne Beschwerden zu verursachen undwerden deshalb oft erst in einem späten Stadium entdeckt. Eine rechtzeitige Diagnose des und eine entsprechende Therapie tragen jedoch entscheidend zur Überlebensrate des Patienten bei.

Für die frühzeitige Erkennung von Patienten mit möglichem Blasenkarzinom steht jetzt auch in Deutschland ein einfach durchzuführender, sensitiver Urintest zur Verfügung.

Blasentumore haben eine hohe Rückfallhäufigkeit (bis zu 70%), deswegen sind Kontrolluntersuchungen nach einer Operation von entscheidender Bedeutung zur Rezidivkennung.

NMP22TM EIA - FAD-zugelassen für das Tumorscreening

Der Tumormarker NMP22-EIA ist ein von der FAD (U.S: Food und Drug Administration) - neben der Therapieüberwachung - auch für Screeningzwecke zugelassener Test auf Karzinome urothelialen Ursprungs. NMP22TM ist damit nach dem PSA-Test weltweit der zweite Tumormarker, der wegen erwiesener diagnostischer Bedeutung die FDA-Zulassung für diese Indikation erhielt!

Was ist NMP?

NMP steht für Nukleäres-Matrix-Protein. Diese Proteine findet man im Zellkern, wo sie verschiedene Aufgaben u. a. während der Zellteilung die DNA-Organisation, 3D-Struktur des Zellkerns erfüllen. NMP gibt es tausendfach im Zellkern, und sie variieren durch Zelltyp, Zelldifferenzierungsphase, Zellzyklus und Tumortyp. Der Zellkern ist buchstäblich der Ort allen Anfangs! NMP22 ist ein Marker für das Harnblasenkarzinom und wird bei Vorhandensein von Tumorzellen vermehrt produziert. Die Früherkennung eines jeden Tumors ist der Schlüssel für eine erfolgreichere Behandlung.

Wie genau ist der NMP22 Test im Vergleich zur Zytologie?

Die Sensitivitäten für die Tumorentdeckung mittels NMP22 und Zytologie wurden in klinischen Untersuchungen getestet und waren wie folgt: G1– 82% vs. 38%, G2- 89% vs. 68% und G3- 94% vs. 90%. Ähnliche Ergebnisse mit über 600 Patienten erzielte die Urologische Klinik der Cleveland Clinic in den US. NMP22 ist damit doppelt so sensitiv wie die Zytologie bei der Früherkennung der oberflächlich wachsenden Harnblasentumore.

Wird der Test von den Kassen übernommen?

Bei demNMP 22 Test handeltes sich um keine Kassenleistung.


Blaulicht Zystoskopie (Hexvix)

Wie funktioniert eine Zystoskpie?

Bei einer Zystoskopie wird ein optisches System in die Harnblase eingebracht.

So kann derArzt die Schleimhaut der Harnblase nach verdächtigen Veränderungen untersuchen und bei Bedarf Gewebeproben entnehmen.

Worin unterscheiden sich Weißlicht- und Blaulicht Zystoskopie.

Die Blaulicht oder Fluoreszenz Zystoskopie ermöglicht es Tumore besser zu sehen, bzw. die Grenzen klarer zu erkennen. Die beiden nebenstehenden Bilder zeigen den Unterschied. In dem oberen Bild der Weißlichtzystoskopie ist kein auffälliger Befund zu sehen, während in der unteren Blaulichtaufnahme ein klar abgetrennter auffälliger Herd zu sehen ist (rot).

Wie funktioniert die Blaulicht Zystoskope?

Bei der BlaulichtZystoskopie wird eine Stunde vor der Zystoskopie eine Arzneimittellösung in die Blase eingebracht. Der Wirkstoff wird von den Tumorzellen vermehrt aufgenommen und bewirkt, dass diese unter Ausleuchtung mit Blaulichtrot leuchten (fluoreszieren). Auf diese Weise können Tumore besser erkannt und vollständiger entfernt werden.

Das Risiko eines Wiederauftretens wird dadurch gesenkt.


Therapiemöglichkeiten

Wurde ein oberflächliches nicht Muskel-Invasives Harnblasenkarzinom diagnostiziert, stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Wahl:

  • Lokale Abtragung des Blasentumors bei Organerhalt (Trans-Urethrale-Resektion: TUR-BT )
  • vorsorgliche (prophylaktische) Behandlung mittels intravesikaler Chemo- oder Immunotherapie (Einbringen eines Chemo- oder Immuntherapeutikums in die Blase
  • teilweise oder radikale Zystektomie (Entfernung der Blase)
  • Kombination einer lokalen Gewebeerwärmung (Hyperthermie) mit der Gabe ausgewählter Zytostatika

Ohne Behandlung schreitet das Wachstum des Tumors fort. Er wird muskel-invasiv. Es können sich Tochtergeschwülste in den Lymphknoten, in den Knochen oder in anderen Organen bilden.

Ca. 80 % der Blasentumore werden in einem Stadium erkannt, in dem sie noch oberflächlich wachsen. In diesem Fall werden sie mit einer durch die Harnröhre eingeführten elektrischen Schlinge abgetragen (transurethrale Resektion).

Da die Rückfallhäufigkeit recht hoch ist, werden nach der Resektion in bestimmenten zeitlichen Abständen tumorhemmende Substanzen mit einem Katheter in die Blase gespritzt.

Wurde ein Blasenkarzinom (Blasenkrebs) diagnostiziert, wird je nach Alter und Gesundheitszustand des Patienten eine geeignete Therapie eingeleitet. Hierbei spielt auch die Ausdehnung und der Grad der Bösartigkeit des Tumors eine Rolle.

Es stehen drei Behandlungsverfahren zur Verfügung, die je nach Befund einzeln oder kombiniert angewendet werden:

  • Operation
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie

Bei weiter fortgeschrittenen Tumoren ist die Therapie der Wahl die Cystektomie, d.h. die Entfernung der Harnblase. Danach stehen verschiedene Möglichkeiten zur Harnableitung zur Verfügung, wie etwa das Bilden einer Ersatzblase aus Darmanteilen.

Nachsorge:

Die Therapieüberwachung und Nachsorge bei Blasenkrebs besteht in Blasenspiegelungen, Urinzytologie und der Bestimmung der Tumormarker (NMP 22).


DuoThermiebehandlung

Unter einer Duothermiebehandlung versteht man eine Kombination einer lokalen Gewebeerwärmung mit einer Zytostatikatherapie. Erfolgt die Behandlung rechtzeitig, sind die Heilungsaussichten recht gut.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Ein Spezialkatheter wird über die Harnröhre in die Blase eingeführt und die Blase wird mit Hyperthermie "überwärmt". Dabei zirkuliert warmes Wasser in der Blase, das mit einem Chemotherapeutikum angereichert ist.
Die Behandlung dauert etwa 45 Minuten und wird ambulant durchgeführt.

Weitere Informationen zu dieser Therapie sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Behandlungsmöglichkeiten erklären wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch in unserer Praxis.


Niere

Die Nieren des Menschen sind kleine biologische Wunderwerke mit einer faszinierenden Bau- und Funktionsweise. Ihre Aufgaben im Körper sind für uns lebenswichtig.

Was leisten gesunde Nieren?

  • Die Nieren sind am Stoffwechselgeschehen im Körper maßgeblich beteiligt.
  • Sie bilden Urin, der über die Harnwege ausgeschieden wird.
  • Mit dem Urin werden sowohl überschüssiges Körperwasser als auch viele Schlackengifte aus dem Stoffwechsel wie durch einen Filter aus dem Körper entfernt.
  • Daneben wird der Säure-Basen-Haushalt des Körpers so reguliert, dass eine zu starke Übersäuerung des Blutes vermieden wird.
  • Die Nieren haben darüber hinaus eine sehr wichtige Aufgabe bei der Regulierung des Blutdrucks. Dies erfolgt über verschiedene Botenstoffe (Hormone), die in den Nieren gebildet werden.
  • Botenstoffe aus den Nieren, wie das Hormon Erythropoietin, steuern auch die Produktion von Blutkörperchen im Knochenmark.
  • Außerdem beeinflussen die Nieren den Kalziumhaushalt und spielen eine wichtige Rolle bei der Bildung von Vitamin D. Dieses Vitamin wird zur Mineralisierung benötigt und trägt damit zur Stabilität des Knochenbaus bei.

Nierenbeckenentzündung

Nierenbeckenentzündung

Allgemeines

Die Nierenbeckenentzündung wird meist durch Bakterien verursacht und kann akut oder chronisch verlaufen. Aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre erkranken Frauen 3-mal so oft wie Männer an einer akuten Nierenbeckeninfektion.

Beschwerden

Bei einer akuten Entzündung ist ein plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl charakteristisch:

  • Entzündungszeichen wie Fieber und Schüttelfrost
  • Schmerzen in der Flanke und im Bereich des Nierenlagers
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Ggf. Blasenentzündung mit schmerzhaftem und häufigem Wasserlassen, blutigem Urin
  • Die Nierenfunktion ist nicht eingeschränkt.

Die chronische Entzündung dagegen verläuft schleichend und in Schüben. Die Beschwerden sind unspezifisch und können Kopfschmerzen, Gewichtsverlust und Müdigkeit sein. Infolge der Narbenbildung in der Niere kann es zum Nierenversagen kommen, das eine künstliche Blutwäsche (Dialyse) notwendig macht.

Ursachen

Am häufigsten ensteht die akute Nierenbeckenentzündung infolge einer Blasenentzüdung. Dabei handelt es sich meist um eine aufsteigende Infekion. Das bedeutet, dass die Erreger von der Blase durch die Harnleider aufwärts in das Nierenbecken wandern. Begünstigt wird die Infektion durch einen Harnstau oder wenn der Urin aus der Blase in die Nieren zurückfließt.

Häufig betroffen sind Patienten:

  • mit Harnabflussstörungen (z.B. bei Prostatahyperplasie, Tumoren, Nierensteinen)
  • mit geschwächtem Immunsystem (z.B. Diabetes mellitus)
  • mit Blasenkathetern
  • in der Schwangerschaft
  • Sehr selten entsteht eine Nierenbeckenentzündung über Erreger im Blut

Vorbeugung

Mit folgenden Maßnahmen kann einer Nierenbeckenentzündung vorgebeugt werden:

  • viel Wasser trinken (mindestens 2 Liter am Tag)
  • Durchnässung oder Unterkühlung vermeiden
  • Vermeiden von parfümierten Seifen, desinfizierenden Lösungen und Intimsprays im Genitalbereich, da sie das Hautmilieu verändern und so die Entstehung einer Entzündung begünstigen können
  • Harnabflusstörungen und Nierensteine beseitigen

Diagnostik

Bei der Diagnostik ist wichtig, eine Nierenbeckenentzündung von einer Infektion der Blase und Harnröhre zu unterscheiden:

  • Urinuntersuchungen (Nachweis von Entzündungszellen und Erregern)
  • Urinkulturen
  • Blutuntersuchungen
  • Punktion des Nierenbeckens und Nachweis von Erregern
  • Ausscheidungsurografie bei Veränderungen des Nierengewebes
  • Ultraschall und CT
  • Nierenfunktionsszintigrafie

Therapie

Aufgrund der guten Durchblutung der Nieren kann eine Nierenbeckenentzündung rasch zu einer lebensbedrohlichen Urosepsis führen, wenn Erreger in die Blutbahn gelangen. Daher muss bei einer akuten Entzündung auf jeden Fall die Gabe von Antibiotika erfolgen. Außerdem ist eine reichliche Flüssigkeitszufuhr (mehr als 2 Liter pro Tag) wichtig, damit der Harntrakt gespült und die Keimzahl reduziert wird.

Für eine erfolgreiche Therapie müssen alle Harnabflusstörungen entsprechend ihrer Ursache behandelt werden. Bei Harnstau muss die Niere sofort entlastet werden. Dafür wird eine perkutane Nephrostomie angelegt. Dabei wird durch die Haut ein Katheter in das Nierenbecken geschoben um den Urin so nach außen abzuleiten. Abszesse, die sich bilden können, werden punktiert oder operativ entfernt.

Nierenzyste

Nierenzyste

Allgemeines

Nierenzysten sind von einer Kapsel umgebene Hohlräume im Gewebe der Niere. Sie sind gefüllt von Flüssigkeit und können einzeln oder zu mehreren auftreten. Die Ursache für die Entstehung ist unbekannt. Eine besondere Form der Erkrankung stellt die Zystenniere dar. Dabei besteht die gesamte Niere nur aus Zysten. Diese Erkrankung wird genetisch vererbt. Nierenzysten treten gehäuft ab dem 50. Lebensjahr auf. Etwa jeder 4. über 70-Jährige hat eine Nierenzyste.

Beschwerden

Kleine Zysten werden meist zufällig bei Untersuchungen entdeckt und verursachen in der Regel keine Beschwerden. Meist sind sie harmlos und müssen deshalb auch nicht behandelt werden.
Größere Zysten können dagegen Beschwerden verursachen, wie etwa Druckschmerzen oder Infektionen.
Bei der Zystenniere kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Blutiger Urin
  • Nierenbeckenentzündung
  • Harnwegsentzündung
  • Flankenschmerzen
  • Nierenversagen

Diagnostik

  • Ultraschall
  • Ggf. CT oder MRT

Therapie

Eine Therapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Bei größeren Zysten, die Beschwerden verursachen kann eine Punktion vorgenommen werden. Hierbei wird mittels einer dünnen Nadel die Flüssigkeit der Zyste abgesaugt.

Nierenkarzinom

Nierenkarzinom

Allgemeines

Das Nierenzellkarzinom macht 3% aller bösartigen Tumorerkrankungen aus. Dabei sind mehr Männer als Frauen betroffen. Der Altersgipfel liegt bei etwa 65 Jahren.

Beschwerden

Die klassischen Beschwerden bei fortgeschrittenen Tumoren sind:

  • Schmerzen, meist an der Flanke
  • Tastbarer Tumor
  • Blutiger Urin

Diese Beschwerden sind jedoch nur bei etwa 10% der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose zu finden, da es sich um sehr späte Symptome handelt.
Im Frühstadium macht das Nierenzellkarzinom meist keine Beschwerden und wird deshalb häufig zufällig bei Untersuchungen im Ultraschall entdeckt.

Ursachen

Ein wichtiger Risikofaktor stellt das Rauchen dar, aber auch die dauerhafte Einnahme von bestimmten Medikamenten, z.B. manche Schmerzmittel. Bei Frauen spielt das Übergewicht eine Rolle. Sehr selten ist das Nierenzellkarzinom genetisch bedingt.

Diagnostik

Das Nierenzellkarzinom ist in mehr als 50% der Fälle ein Zufallsbefund beim während einer Untersuchung. Zu den Standarduntersuchungen gehören:

  • Ultraschalluntersuchung
  • Computertomografie zur genauen Lokalisation des Tumors und Bestimmung seiner Ausdehnung
  • Labor (Blut und Urin)
  • Ggf. eine Nierenfunktionsszintigrafie, bei der die Funktion beider Nieren beurteilt werden kann

Behandlungsmethoden

Je nach Größe und Art des Nierenzellkarzinoms gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten:

  • Bei kleinen Nierenzellkarzinomen versucht man nierenerhaltend zu operieren. Das bedeutet, dass man nur den Teil der Niere entfernt, der vom Tumor befallen ist.
  • Bei größeren Tumoren muss man die gesamte Niere entfernen. Die verbliebene Niere kann die Aufgaben alleine übernehmen.
  • Und bei weit fortgeschrittenen Tumoren, die bereits metastasiert haben, also Tochtergeschwüre gebildet haben, muss man sowohl chirurgisch als auch medikamentös therapieren.

Nierenstein

Nierenstein

Allgemeines

Etwa 5% der deutschen Bevölkerung haben ein Steinleiden im Harntrakt. Dabei sind Männer 4-mal so häufig betroffen wie Frauen. Der Altersgipfel liegt bei etwa 35 Jahren.

Steine können im gesamten Harntrakt entstehen und Beschwerden verursachen. Daher kann der Stein, je nachdem wo er sitzt, an verschiedenen Stellen zu Schmerzen führen.

Beschwerden

  • plötzlich einsetzende kolikartige Schmerzen
  • Ausstrahlung in den Unterbauch und in die Leiste
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blutiger Urin
  • Ggf. Entzündungszeichen: Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Zum Einen kann es durch bestimmte Ernährungsweisen zur Steinbildung kommen. So begünstigt z.B. eine erhöhte Aufnahme von Oxalsäure das Entstehen von Steinen. Diese findet man häufig in Gemüse (insbesondere Rhabarber und Spinat), Kakao und Nüssen. Daher ist bei sehr einseitig vegetarisch betonter Ernährung Vorsicht geboten. Zum anderen können verschiedene Stoffwechselstörungen zum Steinleiden führen. Dazu gehören z.B. die erhöhte Aufnahme oder Ausscheidung von Calcium und auch Harnsäure.

Vorsorge

  • Vermehrte Flüssigkeitszufuhr und erhöhte Harnausscheidung
  • Keine einseitige Diät
  • Bei Calciumsteinen: Milchprodukte meiden
  • Bei Oxalatsteinen: Rhabarber, Spinat meiden

Diagnostik

  • Urinuntersuchungen: pH-Wert und Nitrit, mikroskopischer Nachweis von Blutzellen
  • Urinkultur zum Nachweis einer Infektion
  • Ultraschall bei Harnstauung
  • Röntgen
  • Ggf. MRT oder CT

Therapie

Je nach Ursache wird zunächst versucht mit verschiedenen Medikamenten die Entstehung der Steine zu verhindern. Besteht bereits eine Steinerkrankung, so kann bei kleinen Steinen zunächst eine medikamentöse Therapie erfolgen. Ziel ist die Steinaustreibung unter Gabe von schmerstillenden und krampflösenden Mitteln und verstärkter Harnausscheidung. Feuchte Lendenwickel, viel Bewegung und reichlich Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Therapie.
Bei erfolgloser medikamentöser Therapie wird bei kleineren Steinen die ESWL angewandt. Die ESWL (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) führt zu einer Steinzertrümmerung, indem Stoßwellen, die von außerhalb des Körpers erzeugt werden, auf den Stein wirken.
Bei Steinen, die das Nierenbecken verschließen gilt als Therapiestandard die PCNL, die perkutane Nephrolithotomie. Mittels minimal invasiven Methoden wird der Stein operativ entfernt.

Weitere Therapiemöglichkeiten:

Laserlithotrypsie: Der Stein wird endoskopisch unter Lasereinstrahlung geschmolzen und verkleinert und kann dann spontan abgehen.


ESWL

Die extrakorporale Stoßwellenlitothripsie ist eine Therapie zur Zerkleinerung von Harnsteinen mit Hilfe von Stoßwellen. Sie ist die einzige nicht invasive Behandlung und Standard bei kleinen unkomplizierten Nierensteinen bis 2,5 cm.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Die Behandlung kann in der Regel ambulant erfolgen. Der Patient liegt auf einer beweglichen Liege. Der Stoßwellengenerator gleicht heutzutage äußerlich einem Röntgengerät und benötigt keine wassergefüllten Wannen mehr. Stattdessen wird die Silikonhülle direkt an den Patienten gepresst um einen guten Kontakt zu erzeugen. Zusätzlich wird ein Gel, ähnlich wie beim Ultraschall verwendet. Der Stein wird mit Ultraschall oder Röntgen geortet. Danach fokussiert der Gerät automatisch den Stein und korrigiert bei Bedarf die Lage der Liege. Der Patient bekommt vor der Behandlung ein intravenöses Schmerzmittel, er bleibt also die ganze Zeit ansprechbar. Die Behandlungsdauer beträgt etwa eine Stunde.

Komplikationen:

Als Komplikationen können auftreten:

  • Blutung
  • Blutdruckabfall mit Übelkeit
  • Harnstau
  • Infektionen
  • Nierenfunktionsstörungen

Die drei letztgenannten Komplikationen sind Folge von fehlendem Steinabgang mit entstehender „Steinstraße“.


Wann kann die ESWL nicht durchgeführt werden?

Patienten mit Blutungsneigung sollen nicht mit der ESWL behandelt werden, da hier das Risiko einer Blutung durch die ESWL stark ansteigt. Medikamente, welche in die Blutgerinnung eingreifen (z.B. Aspirin, Marcumar) müssen ggf. durch den Arzt abgesetzt werden. Genauso muss ein Harnstau beseitigt werden, bevor Nierensteine therapiert werden.


Holmium-Laser

Ein Holmium Laser kann ebenfalls zur Zerstörung von Nierensteinen eingesetzt werden. Insbesondere wenn nach einer extrakorporalen Stoßwellentherapie noch Reststeine Vorhanden sind, können diese so gut entfernt werden.

Der Holmium-Laser wird mit der Technik einer Harnleiter- und Nierenspiegelung endoskopisch über den Harnleiter bis in die Niere vorgeschoben. Dort wird mittels der vom Laser freigesetzten Energie der Nierenstein zerstört. Der Laserstrahl kann sehr präziese ausgerichtet werden, so das die Gefahr umliegendes Gewebe oder den Harnleiter zu beschädigen sehr gering ist.

Die Niere als Organ

Die Niere als Organ

Die Nieren sind paarig angelegte Organe. Sie liegen im Körper beiderseits der Wirbelsäule unterhalb des Zwerchfells.
Die Nieren wiegen jeweils zwischen 150 g und 200 g, sind faustgroß und bohnenförmig.

Die Nebennieren liegt wie eine Zipfelmütze auf dem Zwerchfell zugewandten Nierenpol. Niere und Nebenniere sind von einer bindegewebigen Haut und von einer Fettkapsel umgeben.

Die linke Niere wird vom Magen und der Bauchspeicheldrüse überlagert sowie dem absteigendem Dickdarm und der Milz seitlich gerahmt. Die rechte Niere wird von der Leber überragt und vom aufsteigenden Dickdarm und dem Zwölffingerdarm seitlich gerahmt. Durch die große Leber steht die rechte Niere tiefer.

In das Nierenbecken jeder Niere wird der Harn freigesetzt und über die beidseitig nach unten verlaufenden Harnleiter wird der Urin in die Blase transportiert.


Aufbau

Bei der Feinstruktur der Nieren unterscheidet man die sog. Nierenrinde und das Nierenmark. Nach innen folgt dann das Nierenbecken.
In das Nierenbecken jeder Niere wird der Harn freigesetzt und über die beidseitig nach unten verlaufenden Harnleiter wird der Urin in die Blase transportiert.

Etwa 1500 l Blut werden so durch die Nieren täglich bearbeitet, d.h. das gesamte Blut fließt mehrmals täglich durch die Nieren.

Jedes Nephron besteht aus einem Glomerulus, der ein Knäuel aus feinen Blutgefässen darstellt. Dieses Knäuel wird wiederum von der Bowmannschen Kapsel umschlossen. Die Kapsel hat die Aufgabe, den Druck im Glomerulus konstant zu halten.

Außerdem gehören zum Nephron sogenannte Tubuli. Die Tubuli sind das Leitungssystem mittels winziger Rohrleitungen. Dabei stellen die Nierenkörperchen den Kontakt zum Blutfluss im Körper her und filtern dadurch das durchlaufende Blut.


Das Entgiftungs-und Ausscheidungsorgan

Die Glomeruli als Filter
Über die Nierenarterie gelangt das Blut zu den Glomeruli. In dem Glomerulum werden Eiweiße und Zellen von der Flüssigkeit getrennt. Dabei entsteht der sogenannte Primärharn. Dieser enthält jedoch neben Stoffen zur Ausscheidung auch noch für den Körper wertvolle Substanzen wie Glukose und Salze. Damit diese der Ausscheidung entgehen und dem Körper erhalten bleiben, müssen sie zurückgewonnen werden.
Wenn dieser Primärharn von ca. 150 Liter pro Tag ausgeschieden werden würde, wäre der Körper durch den Flüssigkeitsverlust nicht lebensfähig.

Daher wird der größte Teil des Primärharns (Wasser und die darin gelösten wertvollen Stoffe) wieder aufgenommen und in das Blut abgegeben. Dies geschieht ebenfalls in Strukturen, die zu den Nierenkörperchen gehören, nämlich in den Tubuli.

Endkontrolle in den Tubuli
In dem Leitungssystem der Tubuli erfolgen die Resorptionsvorgänge und die Endkontrolle über die Ausscheidung von Stoffen. Dieses Leitungssystem mündet in das sogenannte Nierenmark. Dies besteht aus den sog. Sammelrohren in sog. Markpyramiden zusammengefasst. Dabei ist die Pyramidenspitze jeweils dem Nierenbecken zugewandt. Jede Niere hat zwischen 10 und 12 Markpyramiden. Die als Papillen bezeichneten Pyramidenspitzen münden frei in den Hohlraum der Nierenkelche, die dann alle zusammen das Nierenbecken bilden.

Der verbleibende Teil wird als Endharn (Urin) bezeichnet. Er enthält alles, was für den Körper nicht mehr verwendbar bzw. giftig ist. Der Mensch scheidet pro Tag etwa 1-1,5 Liter Urin aus.

Sie sind gleichzeitig Filterorgan, das das Blut von Stoffen befreit, die der Körper nicht weiter verwerten kann, also von Stoffwechselendprodukten, oder von Stoffen, die für den Körper in höherer Konzentration schädlich wären. Sie ist also in der Hauptsache ein Ausscheidungsorgan

Warum findet man bei Diabetes Zucker im Urin?
Unter Normalbedingungen gehört Glukose zu den Substanzen, die aus dem Primärharn resorbiert werden, da sie der Körper noch verwenden kann. Bei gegebener Zuckerkrankheit ist allerdings der Blutzucker, d.h. der Gehalt an Glukose, im Blut zu hoch. Daher versucht der Körper die überschüssige Menge über die Niere loszuwerden und scheidet diesen mit dem Endharn aus. In diesem Fall geben die Glomeruli mehr Zucker in den Primärharn ab, als von den Tubuli wieder "recycelt" werden kann. Der Überschuss gelangt so mit dem Harn ins Nierenbecken und von dort über die Harnleiter zur Blase.


Regulation der Blutbildung

Außerdem erfolgt in der Niere die Bildung von Erythropoetin.
Dieses Erythropoetin regt die Bildung der roten Blutkoerperchen an. Für die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sind die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zuständig. Sie zirkulieren im Blut und nehmen den Sauerstoff in der Lunge auf und verteilen ihn anschließend im Körper. Die roten Blutkörperchen haben eine Lebensdauer von nur ca. 120 Tagen. Aufgrund ihrer wichtigen Funktion müssen sie daher ständig neu gebildet werden. Die Bildung erfolgt im Knochenmark und wird von der Niere reguliert.
Sinkt der Gehalt an Erythrozyten im Körper stark ab, ist die Niere in der Lage, dieses wahrzunehmen. Sie bildet verstärkt Erythropoetin und schüttet dies aus. Das Hormon gelangt über den Blutstrom ins Knochenmark und regt dort die Bildung der roten Blutkörperchen an.
So sichert diese Funktion der Niere letztendlich die körperliche Leistungsfähigkeit, denn ein Körper kann nur leistungsfähig sein, wenn er gut mit Sauerstoff versorgt ist.

Erythropoetin (EPO) und Doping

In der letzten Zeit ist EPO häufig mit Doping in Leistungssport in Verbindung gebracht worden.

Dabei wurde dieses Hormon von der Industrie zur Behandlung von Nierenkranken bzw. Patienten, die dialysepflichtig sind, entwickelt. Nieren, deren Funktion eingeschränkt ist oder zerstört ist, können keine Erythropoetin bilden, daher wird der betroffene Patient blutarm und er verliert seine Leistungsfähigkeit. Durch die Zufuhr von Erythropoetin kann dieses Problem behoben werden.

Natürlich haben findige Sportler dies herausgefunden und ausgetestet, dass man auch als gesunder Mensch durch die Zufuhr dieses Hormons die körperliche Leistungsfähigkeit steigern kann. Allerdings geht man das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls dabei ein, da durch die Vermehrung der Erythrozyten das Blut dickflüssiger wird und sich leichter Blutgefäße verschließen können mit dem Resultat eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls.


Regulation Bludruck

Die Niere greift auf verschiedenem Weg in die Regulation des Blutdrucks ein.

Ausscheidung von Flüssigkeit

Bei sehr hohen Blutdrücken über 160 mmHg Systolischer Wert beginnt die Druckdiurese. Die Niere resorbiert weniger Wasser zurück und es wird mehr ausgeschieden. Durch das geringere Flüssigkeitsvolumen sinkt der Blutdruck wieder. Weiterhin wird die Wasserausscheidung eng an die Ausscheidung von Salzen gekoppelt, so dass man über die Beeinflussung des Salztransportes auch den Blutdruck beeinflussen kann. Diuretika wie Thiazide und Schleifendiuretika hemmen Transportsysteme der Zellen, die Salze zurück in den Körper resorbieren. Mit den Salzen wird zusätzlich Wasser ausgeschieden und der BLutdruck gesenkt.

Renin-Angiotensin-Aldosteronsystem

Außerdem wird der Blutdruck über eine Reihe von Hormonen gesteuert. Am Anfang der Kette steht Renin, das vermehrt bei geringer Nierendurchblutung gebildet wird. Es wird Angiotensin gebildet, dass über Verkleinerung des Arteiolendurchmessers den BLutdruck steigert und Aldosteron freisetzt. Aldosteron, sorgt über eine Rückresorption von Natrium für eine geringere Wasserausscheidung und damit ebenfalls eine Blutdruckerhöhung. Ein weiteres Hormon, das die Wasserausscheidung hemmt ist ADH.

Verschiedene Pharmaka greifen an dieser Kette an um durch deren Unterbrechung den BLutdruck zu senken. Beispiele sind die ACE-Hemmer AT-Antagonisten und Aldosteronantagonisten.